Das Schnitzerhaus

Zeitreise ab den 1900er Jahren

19088 Männer gründeten den "Verein für Weihnachtsausstellungen Planitz" mit dem Ziel alljährlich im Vereinslokal "Zur Linde" in Niederplanitz ihre zu Hause geschaffenen Schnitz- und Bastelarbeiten der interessierten Bevölkerung zu zeigen.
In den fast alljährlichen durchgeführten Ausstellungen dominierten, neben Schnitzereien mit erzgebirgischen, bergmännischen und religiösen Inhalten, Pyramiden, Karussells, Riesenräder und ähnliche bewegliche Exponate. 
Nach kurzer Amtszeit des Vorsitzenden Robert Büttner wurde Emil Richter in diese Funktion gewählt, die er bis 1920 ausübte.
1914-1918Herstellung des mechanischen Weihnachtsberges
Während des Ersten Weltkrieges fanden keine Ausstellungen statt.
Die Mitglieder einigten sich auf die Schaffung eines Weihnachtsberges, auf dem die biblische Geschichte dargestellt wurde. Grundlage dafür war die Bilderbibel von Schnorr von Caro Isfeld nach der einige Schnitzer zu Hause bestimmte Figuren oder Gruppen herstellten. 
1920Regelmäßige Schnitzabende im Gasthof "Jägersruh"
Der vom Krieg heimgekehrte Paul Riedel löst Emil Richter als Vorstand ab. 
Von 1919 bis 1935 fanden fast jedes Jahr Ausstellungen in der "Linde" mit dem ständig vergrößerten orientalischen Weihnachtsberg, sowie "Die Stellung des Bergmannes unter Tage" statt.
Sowohl Berg- als auch Schachtgruppen wurden teilweise beweglich gemacht, wozu der langjährige Grubenschlosser Arthur Partsch der geeignete Mann war.
Bis 1935 arbeitete jedes Mitglied individuell zu Hause und brachte seine Exponate zu den Ausstellungen, um sie dann wieder mitzunehmen.
Allgemein wurde deshalb der Wunsch laut, gemeinsame Schnitzabende durchzuführen, nachdem nur die mehrmals im Jahr stattfindenden Versammlungen die Mitglieder zusammen führten. Doch dieses Vorhaben war im bisherigen Vereinslokal "Zur Linde" nicht möglich.
1936Der damalige Planitzer Bürgermeister machte den Vorschlag, in den Gasthof "Jägersruh" in Oberplanitz umzuziehen, was auch im Frühjahr geschah. Dort waren neben einem Saal für Ausstellungen, auch ein Lagerraum für den Berg und anderes Vereinsmaterial, sowie ein Raum für gemeinsame Schnitzabende vorhanden, die vom Gastwirt Guido Riedel kostenlos zur Verfügung gestellt wurden.
So fand wenige Wochen nach dem Umzug die erste Ausstellung im neuen Lokal statt. Außer den persönlichen Arbeiten waren der 12m lange Weihnachtsberg, der etwa 10m Untertage-Schachtbetrieb, beides mechanisiert, sowie ein Modell des Prunk-Karussells der Heareschen Stufenbahn, die der Mitbegründer des Vereins Paul Stephan in 25 Jähriger Arbeitszeit mit 2000 Glühlampen geschaffen hatte, zu sehen. 
Im Sommer 1936 wurde erstmals eine Kindergruppe gebildet, die nach anfänglichen 52 Teilnehmern nach einiger Zeit auf 10 schrumpfte, wobei es blieb.
Erste Ausstellung nach Umzug mit Stufenbahn und erster Kinderschnitzgruppe.
1939-1945Bis etwa 1940 fanden noch jährliche Ausstellungen statt, die jedoch infolge Einberufung mehrerer Mitglieder nicht fortgesetzt werden konnten.
6 Mitglieder kehrten nicht aus dem Krieg zurück, darunter auch 2 Jugendliche aus dem Kinderzirkel. 
Die Zahl der Mitglieder schwankte damals zwischen 20 und 25.
Nach Kriegsende wurden alle Vereine aufgelöst, daher fanden die samstäglichen Schnitzabende vorerst nicht mehr statt.

Die Weiterführung unserer gemeinsamen Tätigkeit wurde möglich als "Arbeitsgemeinschaft Schnitzen" im "Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands".

Der Saal der "Jägersruh" konnte infolge baulicher Nörgel und dem anschließenden Ausbau zur Turnhalle nicht mehr für Ausstellungen genutzt werden.
Notgedrungen wurden dafür in den nächsten Jahren der Kuhstall im Planitzer Schloss sowie Vereinszimmer und Schnitzraum in der "Jägersruh" genutzt.
Weiterführung des Vereines als "Arbeitsgemeinschaft Schnitzen" (AG Schnitzen) im "Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschland".

Zeitreise ab den 1950er Jahre

1950-1951Erste größere Nachkriegs-Ausstellung im "Sportcafe" mit einem Teil des Weihnachtsberges und einer kompletten Schachtanlage mit Unter- und Obertagebetrieb, der im Vorjahr von nahe allen Mitgliedern geschaffen worden war.
Vorstand Paul Riedel übergibt die Leitung der AG Schnitzen an Herbert Müller.
1952-1953Herstellung des Stülpnerberges.
Ausstellung in der "Jägersruh" mit dem im Vorjahr in gemeinsamer Arbeit geschaffenen mechanischen Heimatberg über das Leben "Karl Stülpners". 
Infolge laufender Stromsperren wurde der Berg mit einer zweiten Batterie-Stromanlage ausgestattet.
1954Bau des Heimatberges mit Ziegelei und Straßenbau
Nach langen Verhandlungen konnte im ehemaligen Saal (jetzt Turnhalle der Schillerschule), während der großen Ferien erstmals eine große Ausstellung im Sommer durchgeführt werden. 
Neben dem orientalischen Weihnachtsberg, der zum Teil noch vorhanden war, und der kompletten mechanischen Schlachtanlage, war noch ein neuer Heimatberg mit Ziegelei, Häusern und Straßenbau aufgebaut.
Die uneffektivste Ausstellung fand 1956 im "Deutschen Haus" in Schedewitz mit der Schachtanlage statt.
Nach dreiwöchiger Dauer waren ganze 630 Besucher registriert worden.
1958

50-jahriges Vereinsjubiläum und Umbenennung des Vereins in "Schnitzzirkel des Karl-Marx-Werkes"

50-jahriges Vereinsjubiläum mit Ausstellung in der ehemaligen Gaststätte "Bielschule" in Niederplanitz. 

Aus materiellen Gründen erfolgte der Wechsel vom Kulturbund zum VEB Steinkohlenwerk "Karl Marx" Zwickau unter der neuen Bezeichnung "Schnitzzirkel des Karl-Marx Werkes".

Im November 1958 Aufbau der kompletten Schachtanlage auf 20m Länge zur großen Dresdener Weihnachtsausstellung in der Stadthalle in Dresden-Neustadt. Ein zweiter Aufbau erfolgte an gleicher Stelle 1961.
1961Umzug von der "Jägersruh" in das Heim der Kleingartenanlage "Am Kreuzberg" in Oberplanitz. 
Kein gutes Vereinslokal, da wir in der Arbeit öfters behindert wurden.
1963Der Stülpnerberg wird zur Dresdner Weihnachtsausstellung gezeigt.
Insgesamt kamen 480.000 Besucher während der drei Einsätze in Dresden.
1966Erneuter Umzug in die ehemalige Tischlerei Liebold in der Schulstraße in Oberplanitz.
1967Zweiter Kinderzirkel mit anfangs ca. 25 Kinder.
Übernahme von 4 Kindern in Erwachsenenzirkel.
1968Große Ausstellung unter dem Titel 850 Jahre Zwickau, 60 Jahre Planitzer Schnitzer, 10 Jahre Karl-Marx-Werk Zwickau im großen Saal des Kulturhauses in Planitz mit Schacht, Stülpnerberg und Stufenbahn.

Infolge der Schließung des Karl-Marx-Werkes, das bisher die Miete für unser Domizil bezahlte, mussten wir unser Häuschen kaufen.

1970Übernahme unseres Schnitzzirkels durch das Metallleichtbaukombinat Plauen Betriebsteil Zwickau.
1975Herstellung und erster Aufbau der 6m hohen Marktpyramide zum Zwickauer Weihnachtsmarkt.
198375 Jähriges Vereinsjubiläum mit großer Ausstellung im Kulturhaus in Planitz.

Zeitreise nach der Wende 1990

1990Seit 1990 neuer Name "Planitzer Schnitzverein e.V."
Dietmar Schuster wird nach 40 Jähriger Amtszeit seines Vorgängers Herbert Müller zum Vorstand gewählt.
1992Erste Ausstellung nach der Wende im Rahmen der 875-Jahrfeier mit Stülpnerberg in der Heimattreue Planitz.
1994Namensänderung des Planitzer Schnitzverein e.V. in Planitzer Schnitzverein 1908 e.V.
Erste selbstständige Ausstellung nach der Wende in der Planitzer Methodistenkirche zur Weihnachtszeit, mit Stülpnerberg, das erste Mal über Eck aufgebaut.  
199630 Jahre Schnitzerheim Schulstraße in Planitz.
1997-199890 Jähriges Vereinsjubiläum mit Ausstellung in der Methodistenkirche. 
Neben dem Stülpnerberg und Restfiguren des orientalischen Weihnachtsberges und des Schachtes war das neue mechanische Modell des Planitzer Schnitzerheimes zusehen, Originalgetreu im Maßstab 1:10.
Übergabe der Planitzer Pyramide am 1.Advent mit gleichzeitigem Andrehen nach 11 Jähriger Planung und Ausführung (Verzögerung durch die Wende 1989/90).
2000Umfassende Sanierung der Zwickauer Pyramide.
2003Große Ausstellung "95 Jahre Planitzer Schnitzverein 1908 e.V." in der Methodistenkirche Planitz.
2008Große Ausstellung "100 Jahre Planitzer Schnitzverein 1908 e.V." in der Methodistenkirche Planitz mit Jubiläumsfeier im Waldhaus.
10 Jähriges Jubiläum der Planitz Pyramide.
2012Aufbau und Einweihung der von Frau Bachmann aus Blankenhain grundhaft sanierten Stufenbahn als Dauerleihgabe in der Ausstellung Priesterhäuser.
2013Große Ausstellung "105 Jahre Planitzer Schnitzverein 1908 e.V." in der Methodistenkirche Planitz.
15 Jähriges Jubiläum der Planitz Pyramide.
2014

Unser Stellvertretender Vereinsvorsitzender Peter Müller gibt nach 35 Jahren dieses verantwortungsvolle Amt an Stephan Müller (Sohn des ehem. Vereinsvorsitzenden Herbert Müller) ab.

Beginn der Umfangreichen Sanierung und Neugestaltung des Stülpnerberges.

2016

50 Jahre Schnitzerhaus Schulstraße in Planitz.

2018

Ausstellung "110 Jahre Planitzer Schnitzverein 1908 e.V." in der Methodistenkirche Planitz.

20 Jähriges Jubiläum der Planitz Pyramide.

Zeitreise ab den 2020er Jahren

202045 Jähriges Jubiläum der Planitz Pyramide.
2025-2026Grundhafte sanierung der Pyramide im Zuge der Sanierung des Planitzer Marktes.
Pyramidenandrehen am 1. Advent auf dem neugestalteten Planitzer Markt.