Schloss Planitz

Geschichte zum Schloss Planitz

Sie stehen vor der Infotafel des heutigen Clara-Wieck-Gymnasiums. Vor sich sehen Sie das Schloss. Nach dem Lesen der Tafel sind Sie wahrscheinlich neugierig geworden und sind dem QR-Code gefolgt, weil Sie mehr über das Gebäude und seine Geschichte wissen wollen. Seien Sie gespannt auf noch mehr spannende Infos rund um das Schloss Planitz.

Erster Bau

Mitte des 12. Jahrhunderts wurde die „Burg Planitz“ als Befestigungsanlage auf dem Schlossberg errichtet. Sie diente dem Rittergeschlecht der Herren von der Planitz als Wohn- und Wehranlage. 1430 zerstörten die Hussiten die Burg sowie zahlreiche Höfe und Häuser. 

Zweiter Bau

Wenige Jahrzehnte nach der Zerstörung entstand ein neuer Gebäudekomplex mit größeren Wohn- und Wirtschaftsgebäuden und einer Schlosskapelle, den die Herren von der Planitz bis 1572 bewohnten.

1579 kam das Schloss in den Besitz des Wittenberger Rechtsprofessors Joachim von Beust, welcher auch die Herrschaft über die umliegenden Gebiete übernahm. Er galt als bedeutendste Persönlichkeit unter den Schlossherren und trug viel zur Verschönerung des Wohnsitzes bei. Im Jahr 1623 erwarb Kurfürst Johann Georg I. das Planitzer Gut. Mehrere Besitzerwechsel folgten. 

Während des Dreißigjährigen Krieges setzten die Schweden das Schloss am 15.07.1640 in Brand, da sie es nicht als Stützpunkt nutzen durften. Das Hauptgebäude mit Schlosskapelle wurde zerstört, jedoch blieben die Nebengebäude erhalten. 

Aus dieser Zeit ist auch die erstmalige Bezeichnung als Schloss belegt. Durch Urkunden und Abbildungen ist viel über diesen Zeitraum bekannt, z.B. auch, dass der Bau in seiner Architektur Züge der späten Gotik und Renaissance aufzeigt und als einer der prächtigsten Adelssitze im Zwickauer Land galt.

Dritter Bau

1698 erwarb die Familie von Arnim über ein Tauschgeschäft den Besitz der Grundherrschaft Planitz. Die Familie ließ das Schloss wieder aufbauen und besaß es bis 1933. Der Umbau dauerte bis 1740. Die Anlage des Barockgartens (heute Schlosspark) mit Teehaus im Rokokostil verdanken wir ebenso der Familie von Arnim.  

Nach dem Tod Alexander von Arnims fiel das Schloss an die Kriebsteiner Linie der Familie, die es 1933 an die Planitzer Stadtsparkasse veräußerte, welche das Schloss anschließend an die Stadt Planitz vermietete. Diese ließ das Schoss zum Rathaussitz umbauen und den Park für die Allgemeinheit öffnen. 

Mit der Zwangseingemeindung der Stadt Planitz 1944 nach Zwickau begann eine wechselvolle Nutzung des Schlosses. Zunächst Kriegslazarett, zog nach Kriegsende zunächst die amerikanische und dann die sowjetische Militärkommandantur ein, bevor es als Unterkunft für die sowjetisch-deutschen Wismut Arbeiter diente. Den Planitzern ist es in der Zeit der DDR in erster Linie als Schule der Deutschen Volkspolizei und Zentrale der Transportpolizei (Polizeischule) in Erinnerung. 

Baulich gezeichnet, wurde das Schloss nach der Wiedervereinigung Heimat des 1992 gegründeten Clara-Wieck-Gymnasiums. Nach einer über 20 Jahre andauernden Sanierungsphase lernen seit 2013 in jedem Schuljahr über 600 Schüler der allgemeinbildenden und vertieft musischen Ausbildung auf Schloss Planitz. 

Tamara Bernhardt und Emilia Thieme

 

Quellen:

Norbert Peschke und Günther Zorn: Planitz. Bilder und Geschichten, Erfurt 2007.

Johannes Heidrich und Michael Löffler: 800 Jahre Planitz, Leipzig 1992. 

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